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Erlebnisberichte
16.02.2006, 02:13
Beitrag: #1
Erlebnisberichte
Habt Ihr bei Eurem Urlaub, im Einsatz für die Domki, etwas besonders Schönes erlebt, oder etwas, was Euch  berührt hat, könnt Ihr es hier schreiben.
Ist Euch etwas aufgefallen, wo man unbedingt helfen muß, schreibt es. Die Domki wird versuchen, zu helfen.

Liebe Grüße
Barbara
[Bild: Amy.JPG]

Die Kraft, die aus dem Herzen kommt, ermuntert Dich Dinge zu tun, zu denen Du normal nicht fähig bist..
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16.02.2006, 22:05
Beitrag: #2
RE: Erlebnisberichte
hallo ihr lieben,

ich werd mal schauen, ob ich es hier in kurzform geregelt kriege, einen bericht zu dem jetzt erlebten in der DR zu verfassen. es gab da vieles, was mich bewegt hat und etwas hat mich zutiefst traurig gemacht....

wir waren ja drüben in POP, da es meinem schwiepa gesundheitlich sehr sehr schlecht ging und geht, er liegt noch immer im öffentlichen kkh von POP. um uns vor unserer heimreise bei ihm zu verabschieden, sind carlos und ich ins kkh gefahren - jedoch getrennt, damit einer auf unsere kleine aufpassen konnte, denn die mitzunehmen wäre unverantwortlich gewesen.

als ich dort mit meiner schwägerin ankam, war ich zuerst erschrocken über die vergitterung überall. eher knast als kkh.
[Bild: F013.JPG]
Jedoch war vor einigen jahren manches ähnlich in den privaten kliniken, so dass ich mich daran noch nicht mal so arg gestört habe. wir gingen in den 1. stock, wo die abteilung für herren war. riesen schlafsäle, immer 10 mann in einem zimmer, zwischen den pritschen je 1 stuhl oder eine art schränkchen - letzteres verdiente diese bezeichnung aber nicht wirklich. die kranken hatten ihre habe zumeist am kopf- oder fussende des bettes deponiert. es lag dort alles und jeder zusammen, egal an was für einer krankheit die litten - frisch operiert neben hochgradig infektiös.... jeder hatte bettzeug und handtücher selber mitzubringen - wenn nicht, dann gab es eben keine - oder doch ein paar durchnummerierte aschgraue des hospitals, worin ich mich lieber nicht hätte wickeln wollen. es gab zwar türen zu jedem schlafsaal, aber alle waren durch einen inliegenden gang miteinander verbunden, jeder konnte überall hin, u.a. auch zum "sanitärtrakt" der im mittelbereich aller schlafsäle lag. ohne tür, ohne abtrennung... gekachelt, aber trotz allem jeglicher beschreibung spottend, mit waschfässern und löchern in der wand für fliessend wasser. vor jeder eingangstür zum krankensaal stand eine große, meist übervolle mülltonne - 1x täglich morgens wurden diese geleert - sprich am späteren nachmittag sahen die schlimm aus und rochen u.u. nicht viel besser... hygiene - fehlanzeige. als ich in der klinik war, waren grade einige patienten entlassen wurden, so dass gerade mal keine bettenknappheit herrschte und die am schlimmsten strapazierten pritschen und matratzen unbenutzt waren. wenn aber hochbetrieb herrschte, wurden auch diese schon mehr als maroden teile belegt - verrostet, verrottet, gebrochen und die matratzen ... dafür fehlen mir die worte, die konnte ich auch nicht fotografieren, das hätte die kamera nicht mitgemacht und überstanden....
[Bild: F011.JPG]

ich fragte meine schwägerin, wo denn die kinderstation sei. wir gingen wieder ins erdgeschoss, vorbei am schwestern-empfangstresen, wo keine schwester weit und breit zu sehen war, wieder einen gang entlang. und dann stand ich vor dem ersten zimmer - und dort blieb ich hängen, denn es war das mit den kleinsten patienten. 4 säuglinge, keiner älter als 1,5 monate und 3 mütter.anschliessend an diesen raum war wohl die "frühchenstation", allerdings war das auch nur ein von einer tür verschlossener raum, wo ein kaputter inkubator stand und der seit ewigkeiten unbenutzt war. ich habe mich mit den 3 mama's unterhalten und es war schlimm.... ein kleiner junge war über und über mit krusten und wunden und ausschlag übersät, hatte ein durch die entzündung und infektion hervorgerufenes loch im brustkorb und lag - wie alle anderen babys - am tropf. die kanüle samt schlauch mit einem stück pappe an arm und händchen fixiert und getaped. alles war versifft und blutig, jedoch einhellige aussage der mütter war: wenn die kanüle nicht rausrutscht, dann tauscht das keiner... die mama des kleinen war 16 und hatte selber verkrustete stellen und ein loch in der brust. sie meinte, das käme von der muttermilch - was es genau ist, wisse niemand, wie man ihr helfen könne auch nicht....
ein anderes kleines mädchen hatte amöben, hatte rapide an gewicht verloren und lag da mit glanzlosen, gelb verfärbten augen und arg zusammen geklapperten händen und füßen und ärmchen und beinchen... es war kühl, um nicht zu sagen kalt, dort und selbst wir erwachsenen haben gefroren
[Bild: F008.JPG]
ich möchte nicht wissen, wie es den babys ging unter ihren mullwindeln ohne lange kleidung....

das traurigste und tragischste war aber das schicksal des 4. babys.... es lag unter einer lampe, meines erachtens nach hätte es in einen inkubator oder wenigstens in ein wärmebettchen gehört, denn es war arg klein und zerbrechlich. die mütter im raum sagten, es sei ein zwilling. auf die frage, wo seine/ihre (?) mama sei, erzählten sie mir, dass die mit dem gesunden zwilling gegangen sei, das kranke kind zurücklassend und wissend, dass es entweder stirbt oder aber verwaist zurückbleibt. an der stelle ist mir das herz zersprungen.... am liebsten hätte ich das kleine eingepackt und mitgenommen, in eine private klinik gebracht und dann nach lieben pflegeeltern und/oder einer bleibe gesucht. aber unser flug ging am nächsten tag.... wie kann man ein kleines wesen einfach zurücklassen? in solch widrigen umständen? ich weiss ehrlich nicht, was besser für das kind ist: zu sterben oder zu überleben und nie eine familie zu haben?!

die anderen schlafsäle der kinderstation war ich nicht mehr in der lage mir anzuschauen. als mutter eines kleinkindes hat mich das zu sehr mitgenommen, ich habe geheult wie ein schlosshund und musste raus, angesichts der tatsache so wenig ausrichten zu können, ging es mir megamässig sch****. ein kleiner trost war, dass ich wenigsten ein paar tshirts und caps im namen von domki verteilen konnte, sowohl an die mütter als auch an die männlichen patienten im 1. stock.

bitte, babs & jürgen, versucht doch mal, ob petra eventuell schon wieder so fit ist, dass sie sich des babys annehmen kann, zumindest so weit, dass für es gesorgt ist, dass es medizinisch bestmöglich versorgt wird und man es dann in die obhut der nonnen oder von sonstwem geben kann, wenn es denn die mutter wirklich dort zurückgelassen hat, um sich dessen zu entledigen.....

ich werde mal versuchen, ein paar bilder hier ranzuhängen, auch wenn die das tatsächliche eher weniger wiedergeben.

nochmal an alle: die hilfe tut wirklich not! wir sollten uns das alle immer wieder vor augen führen!

sandra


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16.02.2006, 22:08
Beitrag: #3
RE: Erlebnisberichte
Schimpfen

Hier nun das mutterseelenalleine Baby.......

Mir fehlen die Worte, bitte entschuldigt das.....
[Bild: F014.JPG]

Viel zu früh und mutterseelenallein..


Sandra
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01.03.2006, 02:06
Beitrag: #4
RE: Erlebnisberichte
Wir haben heute eine Auswahl verschiedener Salben und Tinkturen an unseren Doc geschickt.
Wenn feststeht, was dem Baby fehlt, hoffen wir, daß ihm geholfen werden kann. Wenigstens medizinisch.Wir haben die Hoffnung, daß die Mutter ein gesundes Kind zu sich nimmt.

Liebe Grüße
Barbara
[Bild: Amy.JPG]

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04.03.2006, 12:36
Beitrag: #5
RE: Erlebnisberichte
Ich kann bekanntgeben, daß das Baby wieder bei der Mutter ist.
Die näheren Umstände, wieso und weshalb sind uns nicht bekannt.

Liebe Grüße
Barbara
[Bild: Amy.JPG]

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